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STÜRME DES LEBENS – ODER DIE GEDULD UND DAS VERTRAUEN, DASS ES WIEDER ANDERS WERDEN KANN


Es gibt immer wieder Zeiten in unserem Leben, die uns ganz schön durchbeuteln. Wie ein Hurrikan, der sich über dem Wasser bildet und alles mitreißt. Zeiten, in denen wir das Gefühl haben, nicht mehr die Kontrolle über uns selbst, unser Leben und das, was darin passiert, zu haben. Wo es scheint, dass wir nur machtlos daneben stehen

. Zusehen, wie alles auseinanderbricht. Der Boden unter den Füßen wackelt und bebt, sich Risse und Krater auftun, in denen wir zu verschwinden drohen. Zeiten, in denen der Schmerz sich in unserer Brust breit macht, so unaufhaltsam, so zerstörerisch. Man kann nicht entfliehen, man hält aus. Solange es geht. Bleibt liegen, fühlt sich zertreten und innerlich wundgeschlagen. Und manchmal helfen da all die erlernten Dinge nichts, die uns in vorherigen Krisen aufhelfen konnten. Da sind wir gezwungen, den Schmerz zu durchleben. Mit aller Wucht. Mit aller Härte. Und mit der Dauer, die der Schmerz in Anspruch nimmt.

Was es dann braucht, ist zum einen die Geduld mit sich selbst. Und, so hat es ein ganz lieber Mensch in meinem Umfeld kürzlich gesagt, man darf sich dann auch einmal zugestehen, zu klagen. Das eigene Leid zu beklagen, Mitleid mit sich zu haben. Letzteres würde ich gerne etwas anders ausdrücken. Ich möchte es Mitgefühl nennen. Ich darf mich ab und an neben mich stellen, mich von außen und aus der Distanz betrachten. Und wenn ich dann sehe wie intensiv mein ICH, welches ich da betrachte, zu leiden scheint, wie voller Schmerz und Gebrochenheit es vor mir steht, da darf ich mitfühlen. Auch wenn ich erst mal nicht trösten kann, nirgends etwas Tröstendes entdecke. Ich kann aber Verständnis für dieses ICH, welches da vor mir steht, aufbringen. Und sagen: „es ist okay, wenn gerade alles totaler Mist ist und Du Dich zerstört fühlst… wie sollte es jetzt denn auch anders sein? Nimm Dich an der Hand, warte und vertraue… die kleinen Schritte werden irgendwann wieder machbar sein“.

Ob wir um einen geliebten Menschen trauern, den wir unaufhaltsam an den Tod verloren, Lebenskrisen, die wir noch nicht bewältigen können, Verluste von Menschen, die zwar noch da sind, aber nicht mehr Teil unseres Lebens sein möchten oder können, Existenzängste, die uns plagen oder was auch immer diesen Boden unter den Füßen beben lässt. Alles hat mit Betrauern und Traurigkeit zu tun. Mit Schmerz und Leid. Da geht zuerst noch nichts anderes, kein „nach vorne schauen“, kein „ich plane jetzt mal ganz was anderes“. Erst wenn der Schmerz etwas abgeebbt ist, wenn er etwas weniger wird, kann der Fokus auf andere Dinge gerichtet werden. Wird man aus dem Meer der Traurigkeit an eine Insel gespült, um wieder durchatmen zu können, wieder etwas zu Kräften zu kommen. Was und wer auch immer diese Insel für einen sein kann, behalten wir sie mal ganz dezent immer im Auge, aus der Entfernung. Es gibt sie, diese Inseln. Wenn wir noch nicht wissen, welche das sein sollen, dürfen wir uns auch in all dem Schmerz und Leid immer wieder Gedanken darüber machen, wie unsere eigene Insel aussieht. Ausschau nach ihr halten. Vertrauen darauf, dass wir immer wieder dorthin gelangen können in unseren Stürmen des Lebens. Und von dort aus in ruhigeren Bahnen zu schwimmen lernen, dorthin, wo wir wieder Halt finden und spüren dürfen, dass wir doch mit dem Leben verwurzelt sind oder wieder Wurzeln schlagen können. Ganz egal, wieviel Zeit es dafür braucht.

Euch allen, die Ihr stürmische Zeiten durchlebt, wünsche ich die Geduld und die Kraft, die es braucht, um mit so wenig Narben wie möglich durchzukommen und in ruhigere Gewässer zu finden… und von dort aus an Land zu kommen, um wieder zaghaft Wurzeln schlagen zu können. Und eine Hand, die Euch immer wieder aufhilft, wenn Ihr sie braucht.

Allen Papas, die heute Vatertag ohne ihr geliebtes Kind erleben wünsche ich den einen tröstenden Moment, den es braucht, um Euch auch heute ein wenig lächeln lassen zu können… Ihr tragt sie in Euch und mit Euch. Durch die Liebe und die Erinnerungen, die Euch mit Euren verstorbenen Kindern verbindet.



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