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IN BEWEGUNG TROTZ STILLSTAND – ODER WIE KLEINE DINGE LICHT INS DUNKEL BRINGEN


Merkt Ihr die eigene Unruhe auch? Ich spüre sie… die Ungeduld, wann die Sonne endlich wieder mein Gesicht wärmt, ich mehr Energie tanken kann und das Grau der letzten Monate sich verzieht. Nicht alles liegt selbst in unserer Hand, jedoch manches. Und ganz unverhofft kommen kleine Lichtblicke, die sich zaghaft in das Hier und Jetzt schleichen. Neue Mitglieder, die zu uns finden zum Beispiel. Über jedes einzelne davon freuen wir uns sehr, denn das zeigt uns, dass wir auch noch sichtbar für andere sind, wenn wir momentan gar nicht so nach außen und in Präsenz da sein können. Und jedes Mitglied ist so wertvoll… jeder hat ein Potential, welches einem selbst so vielleicht gar nicht bewusst ist, aber uns unseren Vorhaben und Zielen näherbringt. Neue Ideen wachsen oftmals durch diesen Input der Zugänge. Und dafür sind wir so dankbar. Auch wenn man als neues Mitglied einfach „nur“ Teil von uns sein möchte (das „Nur“ finde ich eigentlich nicht passend, denn es wertet, wo nichts gewertet wird) und erst einmal oder auch weiterhin beobachtet, was wir tun und froh ist, Teil unserer Vereinsgemeinschaft zu sein. Was mir auffällt, ist dass vor allem Frauen den Weg zu uns finden. Männer auch, aber eher weniger. Ich frage mich, woran das liegt. Die Hinterbliebenen nach Suizid sind wahrscheinlich gleichviel unter Frauen als auch bei Männern zu finden. Unter Depressionen leiden meines Wissens Frauen ein Drittel häufiger als Männer, Suizide werden jedoch fast dreimal so häufig von Männern begangen als von Frauen. Unser Thema betrifft also sehr viele, auf unterschiedliche Weise und verschiedenen Ebenen. Frauen scheinen offener damit umzugehen, eher das Gefühl zu haben, dass sie sich durch das Erlebte engagieren wollen. Ich weiß es nicht, der Gedanke kommt mir zumindest dazu. Wir würden uns freuen, wenn auch mehr Männer das Gefühl hätten, dass es eine gute Sache wäre, uns durch ihre Mitgliedschaft zu unterstützen. Egal in welchem Ausmaß sie selbst betroffen sind oder weil sie denken, dass das Thema Depressionen, Suizid und Trauer nach Suizid aus dem Tabu geholt werden muss. Ein Aufruf an Euch Männer da draußen… Ihr seid willkommen bei uns, unabhängig, wie sehr ihr Euch selbst einbringen wollt. Traut Euch… Und falls Ihr nicht wisst, wie Ihr zu uns findet: auf unserer Webseite findet Ihr einen Online-Mitgliedsantrag.

Auch wenn sich vieles momentan im Stillstand befindet, weil uns keine Möglichkeiten der Umsetzung zur Verfügung stehen, so tut sich immer wieder ein kleines Fenster auf. Veranstaltungen, die in der Ferne liegen und ganz neu sind. Zusammenarbeit mit anderen Personen und Institutionen, die dasselbe wollen wie wir: das Tabu brechen, gegen die Stigmatisierung angehen und dazu ermutigen, über psychische Erkrankungen und auch über Suizid und alles was dies mit sich bringt zu reden. Thematisieren, wo Berührungsängste herrschen, die Ängste davor nehmen. Dies sind zuerst einmal kleine Dinge, die Licht ins Dunkel bringen. Und werden, je mehr man daran arbeitet, zum Lichtstrahl. All dies gibt mir gerade wieder Mut und Hoffnung. Dass ich aus der Erstarrung herausfinde, dieser Lähmung, die mich nun seit Wochen oder gar Monaten im Griff hat. Aus meiner inneren Höhle herauskomme, in die ich mich verkrochen habe. Ich brauche das, diese Ziele vor Augen. Sie sind so wichtig für mein eigenes Befinden. Ohne diese Funken der Hoffnung und Zuversicht fühle ich mich oftmals zurückkatapultiert in die Ohnmacht, die mich nach dem Tod meines Kindes überfiel. Ohne diese Funken fühlt sich jeder Schritt dreimal so schwer an und die Sinnsuche beginnt wieder zu „rattern“. Jetzt glimmt er wieder auf, dieser Funken… ganz zaghaft, aber ich halte ihn fest. Es tut sich was… und ich bin gespannt, was aus diesen kleinen Funken für TREES of MEMORY e.V. noch großes wird. Und ich freue mich schon darauf, wenn wir Euch zur gegebenen Zeit mehr darüber erzählen und berichten können. Vorerst lasse ich Euch einfach mal neugierig werden…