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RÜCKBLICK – 2 Tage voller intensiver Eindrücke und bewegenden Begegnungen auf der Messe LEBEN UND TOD in Bremen

  • 13. Apr.
  • 3 Min. Lesezeit

Text v. Iris



So dankbar, aber auch ein wenig ermattet nach der Messe in Bremen möchten wir Euch gerne daran teilhaben lassen, warum es uns auch dieses Mal wichtig war, dabei sein zu dürfen.

Es waren bewegende Tage, die auch in uns etwas hinterlassen haben. Dankbarkeit für unsagbar viele offene Gespräche und das dadurch geschenkte Vertrauen in uns. Dankbarkeit für die vielen tollen Begegnungen mit lieben Bekannten, die wir dort trafen. Wir haben es als Geschenk empfunden, all dies erleben zu dürfen.

Manches hallt nach. In einem der Gespräche mit einer Dame ging es um ihre Trauer um ihren Bruder den sie vor vielen, vielen Jahren durch Suizid verlor. Keine Gefühle zeigen zu dürfen, nicht darüber reden zu dürfen, eine Regel innerhalb der Familie. Welche Last muss das sein… wie viel noch nicht verarbeitet. Und nun sah sie unseren Stand. Kam mit uns ins Gespräch. Plötzlich war diese Möglichkeit, der Trauer einen Raum und eine Richtung zu geben. Ein Stück Heilung zu erlangen, nach all den Jahren. Die Idee, dafür eine Baumpflanzung für ihren Bruder haben zu wollen. Wir lassen es in ihr wirken und warten, wann der richtige Zeitpunkt für sie gekommen ist, uns deshalb zu kontaktieren.

Eine junge Frau, deren Freundin vor einiger Zeit ihr Leben beendete. Und für sie nirgends ein Ort, an dem sie darüber reden kann, Unterstützung in ihrer Trauer findet. Im Gespräch konnte sie etwas ihrer Trauer durch Tränen nach draußen fließen lassen. Fühlte sich verstanden und empfand ein wenig Erleichterung, da sie nun weiß, dass wir für sie da sein werden, wenn sie sich bei uns meldet.

Von solchen Begegnungen könnten wir noch einige Dutzend weitere erzählen. Was wir feststellten: So unzählig viele Menschen sind durch die eine oder andere Art und Weise im Laufe ihres Lebens mit dem Thema in Berührung gekommen. Und es braucht solche Begegnungen, wo sie auch darüber reden dürfen.


Wir sind auch einigen guten Bekannten begegnet. Unter anderem Dr. Lorenz Widmaier, der dort zum Thema „Künstliche Intelligenz in der Erinnerungsarbeit“ referierte. Von ihm ging damals der Impuls aus, dass zur Sonderausstellung „SUIZID – let´s talk about it“ im Garten des Sepulkralmuseums Kassel ein Baum der Erinnerung gepflanzt werden durfte. Zuvor kennengelernt hatte wir uns im Rahmen seiner Doktorarbeit.

Auch Maria und Robert von "Ab unter die Erde" haben die Messe besucht, die wir bereits vor zwei Jahren in Bremen kennenlernen durften. Diese Begegnung damals war für ein paar aus unserem Team der Start eines regelmäßigen Austauschs und die Freude war groß, sie wiederzusehen.

Silvi kennen wir seit der letztjährigen Spendenaktion von Azraels Reisen die zu unseren Gunsten durchgeführt wurde. Auch mit ihr und Robert besteht seitdem regelmäßig Kontakt. Sich beim gemeinsamen Abendessen nach einem gefüllten Tag noch weiter auszutauschen war ein gelungener Abschluss des ersten Messetages.

Nicht nur wir konnten Besuchern und anderen Ausstellern etwas Wissen, Infos und Kontakte weitergeben, auch wir selbst sind mit vielen Inputs und Adressen, die im Zuge unserer eigenen Arbeit für uns hilfreich sind, nun noch mehr ausgestattet.


Und auch dafür sind wir dankbar.

Im Team dann mit all den Eindrücken eines jeden Tages gemeinsam ein wenig durch Bremen zu laufen, Gespräche Revue passieren lassen können, in lockerer Runde bei einem Abendessen wieder geerdet zu werden, das brauchte es auch. Denn trotz der Schwere des Themas, trotz der erlebten Verluste, wir stehen auch im Leben. Und das ist gut so. Danke, LEBEN UND TOD Bremen, dass wir dabei sein durften.


Und heute? Da beginnt die wertvolle und wichtige Nacharbeit. Aber auch schon der erste Schritt zur nächsten Veranstaltung, denn alles, um unseren Verein auf der Ausstellung in Hardheim sichtbar zu machen, wurde heute bereits dorthin gefahren. Eine großartige Ausstellung wird dort am Mittwoch bis zum 24.04. zu sehen sein. Und gemeinsam wird am Samstag, 18.04. um 15 Uhr ein Baum der Erinnerung gepflanzt werden.

 
 
 

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