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MESSE "GESUND LEBEN" FRANKFURT - EIN RÜCKBLICK


Auch wenn es hier auf unserer Seite in den letzten Wochen etwas ruhig gewesen ist, waren wir nicht untätig. Dass wir Euch nun erst mehr darüber erzählen, liegt an verschiedenen Umständen. Da im Privaten vieles anstand und im Umbruch ist. Nichtsdestotrotz möchten wir Euch natürlich nichts vorenthalten, was sich in der letzten Zeit ereignet hat.

Beginnen wir mit einem Rückblick auf unsere Teilnahme bei der Messe „gesund leben“ in Frankfurt. Einen Überblick der Aussteller war bereits in dem Artikel der Frankfurter Rundschau nachzulesen. Wir waren zum ersten Mal als Aussteller dabei und waren gespannt, was uns erwartet. Anders als bei der „LEBEN UND TOD“, wo unser Thema generell präsenter ist und dementsprechend auch das Publikum sich von vorneherein mehr mit dem Thema Sterben und Trauer beschäftigt, trafen wir hier auf ein bunt gemischtes Bild an Besuchern. Es gab ja auch allerlei zu sehen, wie man sich fit halten und gesund ernähren kann. Dass die mentale Gesundheit dennoch nicht zu kurz kam und mit verschiedenen Ständen vertreten war, ist lobenswert. Spannend war die Frage, wie reagieren die Menschen auf uns? Kommen wir mit ihnen ins Gespräch? Oder treffen wir eher auf Ablehnung, da Berührungsängste mit den Themen Depression, Suizid und Suizidalität bestehen? Letztendlich waren wir nach der Messe angenehm überrascht. Unser Team war dieses Mal krankheitsbedingt nur halb so groß wie geplant, aber wir haben unser Bestes gegeben, allen Besuchern für gewünschte Gespräche zur Verfügung zu stehen.

Es trauten sich doch überraschend viele an unseren Wissens-Check heran, so dass wir bei der Erläuterung der Lösungen schon Wissen vermitteln konnten. Und durch die Zahlen auch allen bewusst wurde, wie wichtig das Thema Suizidprävention ist. Es machte nachdenklich. Also ein Ziel hiermit schon einmal erreicht. Wir hatten gute und bewegende Gespräche. Einige davon haben uns noch im Nachgang beschäftigt. Eine Mutter mit ihrer Tochter, die an unseren Stand kam. Das Mädchen gerade den Schulabschluss hinter sich. Und doch schon einen Leidensweg durch eine psychische Erkrankung und einen Suizidversuch hinter sich, inklusive Klinikaufenthalt. Doch nun stand das Mädchen vor uns. Und berichtete, dass sie sich im Moment wirklich gut stabil fühlt. Den Gummi am Armgelenk, so dass sie ihn jederzeit zupfen kann, wenn sie den inneren Druck verspürt. Sie hat Skills für sich gefunden, die ihr helfen. Hatte eine aufmerksame Person in ihrem Umfeld, die der Mutter damals mitgeteilt hatte, dass etwas nicht in Ordnung sei und sie Hilfe bräuchte. Hat eine verständnisvolle Mutter an ihrer Seite, die sie unterstützt. Dieses Mädchen wollte vor etwas mehr als einem Jahr nicht mehr leben. Und stand nun vor uns. Lebensbejahend. Trotz allem. Es hat mich bewegt, berührt, mich lächeln lassen. Ich konnte nur aus tiefstem Herzen danken, dass sie uns ihre Geschichte erzählten, uns daran teilhaben ließen. Ihr sagen, dass ich finde, sie darf stolz auf sich sein. Ihr zu ihrem Mut gratulieren. Sie ermutigen, ihren Weg weiter so tapfer zu gehen und ihr alles Gute dafür wünschen. Und ich trage dieses junge Mädchen weiter in meinen Gedanken.

Auch andere erzählten uns ihre Geschichten. Von überstandenen suizidalen Gedanken. Von Kämpfen gegen ihre Depression. Von Betroffenen in der Familie. Manche stellten gezielt Fragen, wie und wo man in der einen oder anderen Situation Hilfe findet oder welche Skills es gibt. Und bei einigen, die an unserem Stand vorbeiliefen, bemerkten wir ganz deutlich, wie sie ernst wurden. Jedoch weitergingen. Auch Sätze wie „Suizid? Das will ich nicht“ fielen von dem einen oder anderen Besucher. Ja, da können wir sogar zustimmen. Suizid, das wollen auch wir nicht. Die Augen davor zu verschließen, hilft jedoch nicht und damit ist keinem geholfen. Darüber reden kann helfen. Einfühlsam sein und Verständnis zeigen kann helfen. Hilfe aufzeigen kann helfen. Und uns wurde bei der Messe wieder ganz deutlich, dass es Mitten in unserer Gesellschaft passiert. Fast jeder auf die eine oder andere Art damit in Berührung kommt. Eigentlich jeder jemanden kennt, der durch Suizid starb oder einen Angehörigen des Verstorbenen. Suizid wollen auch wir nicht. Und doch leben wir damit. Mit der Trauer um diejenigen, die keine Kraft mehr fanden und keinen anderen Ausweg mehr sahen. Wie hilflos, wie verloren man sich oftmals fühlen kann, das haben wir selbst erlebt. Deshalb machen wir das, was wir tun, aus Überzeugung. Keiner muss allein sein in seiner Trauer, wir können einander unterstützen. Menschen in Krisen, mit suizidalen Gedanken, wir können versuchen zur Seite zu stehen. Deshalb ist es auch so wichtig, aufzuklären, Prävention zu betreiben. So dass bereits in den Anfängen von Krisen Hilfe aufgezeigt und angenommen werden kann. Denn jeder Suizid ist einer zuviel…

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